„Ma(h)l-Zeit“ in christlicher Gemeinschaft“
Essen in Gemeinschaft und damit eine große Nähe zu den Menschen waren Jesus wichtig. Dabei gab es für ihn keine Standesunterschiede oder gar Ausgrenzungen: Er speiste auch mit armen und benachteiligten und angefeindeten Menschen. Damit machte er deutlich: Das Evangelium, die gute Nachricht von der Liebe Gottes ist grenzenlos und macht keine Unterschiede! Jede/r soll Frieden finden. „Frieden“ darin steckt, wie in „freundlich“ und „frei“ die indogermanische Wurzel „prai“: schonen, gernhaben, lieben.
So spielen bei den Tischgemeinschaften, von denen in den Evangelien erzählt wird, immer Zusammengehörigkeit, menschliche Verbundenheit, (Gast-) Freundschaft, Vertrauen und gegenseitige Achtung eine große Rolle. Die christliche Gemeinde folgte von Anfang an dem Vorbild Jesu: „Sie blieben … beständig in der … Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet, … waren beieinander … und hielten Mahlzeiten mit Freude und lauteren Herzen“ (Apostelgeschichte 2, 43 ff). Dabei mussten alle, Essen und Trinken alten Leib und Seele(!) zusammen.
Martin Luther nimmt das so wunderschön auf in seiner Erklärung der Vierten Bitte des Vaterunsers: „Neben Essen und Trinken braucht jeder Mensch ‚Frieden, Freundschaft, Gemeinschaft‘ wie ‚das tägliche Brot‘!“
Und wie befreiend, dass es im christlichen Glauben für das Essen und Trinken keine Vorschriften und strikten Speiseregeln gibt! Speisen und Getränke sollen einfach unseren Körper stärken und unserer Seele und der Gemeinschaft guttun.
So laden wir nun schon seit 20 Jahren – im Geiste Jesu ohne Unterschied, einfach alle herzlich ein zum „Mittagstisch Ma(h)l-Zeit“ – mit den Worten des alten Hausspruches, der an dem „Türpfosten“ unseres Dietrich-Bonhoeffer-Gemeindehauses geschrieben steht:
Wir sind ein in vier Gruppen aufgeteiltes ehrenamtliches Team von Frauen und Männern, das Sie mit einem Tischgebet, einem
schmackhaften Essen und Getränken sehr gerne empfängt.