Kongo - eine Partnerschaft, die Hoffnung schenkt
Die Partnerschaft mit den Gemeinden in Boende und Lofoy im Kongo ist ein Projekt des Kirchenkreises Iserlohn. In regelmäßigen Abständen finden Treffen der Partnerschaftsgruppe in der Kirchengemeinde Letmathe statt.
Geleitet wird die Gruppe von Burckardt Hölscher, der sich bereits seit vielen Jahren in besonderer Weise für die Menschen im Kongo engagiert. Pfarrer Emmanuel Boango, der aus dem Kongo stammt und derzeit mit seiner Familie hier lebt, begleitet den Austausch und trägt dazu bei, die Verbindung zwischen den Gemeinden lebendig zu gestalten.
Er hält den Kontakt zu unserer Partnergemeinde und berichtet regelmäßig über die politische Situation und die Lebensbedingungen im Kongo. Dabei informiert er auch über die Wünsche und Bedürfnisse der Menschen vor Ort sowie über die Notwendigkeiten und Fortschritte der gemeinsam geplanten Projekte. So erfahren wir aus erster Hand, wo Hilfe gebraucht wird und wie unsere Unterstützung möglichst sinnvoll eingesetzt werden kann.
Begegnungen, die verbinden
Ein wichtiger Bestandteil der Partnerschaft sind gegenseitige Besuche. Immer mal wieder werden Delegationen zusammengestellt, die sich auf den Weg in den Kongo machen, um die Partnergemeinden persönlich kennenzulernen, sich vor Ort ein Bild von den Lebensbedingungen zu machen und die gemeinsamen Projekte zu begleiten.
Solche Reisen sind mit erheblichen Anstrengungen verbunden. Bereits die Beantragung des Visums und die notwendigen Impfungen erfordern eine sorgfältige Vorbereitung. Vor Ort stellen die oft beschwerlichen und tagelangen Anreisen in einfachen Booten eine besondere Herausforderung dar. Auch die Unterbringung ist sehr einfach: Moderne sanitäre Einrichtungen sind nicht vorhanden, und das ungewohnte Essen kann den Körper zusätzlich belasten.
Doch trotz aller Strapazen sind diese Begegnungen von unschätzbarem Wert. Sie ermöglichen persönliche Einblicke in den Alltag der Menschen, schaffen gegenseitiges Verständnis und stärken das Vertrauen zwischen den Partnergemeinden. Denn eine lebendige Partnerschaft besteht nicht nur aus Spenden und Hilfsprojekten, sondern vor allem aus persönlichen Beziehungen, gemeinsamen Erfahrungen und dem Wissen, füreinander da zu sein.
Diese Partnerschaft lebt von gegenseitiger Wertschätzung, unserem gemeinsamen christlichen Glauben, dem Lernen voneinander und den regelmäßigen Begegnungen. Sie zeigt, dass wir über Ländergrenzen und Kontinente hinweg miteinander verbunden sind und gemeinsam Verantwortung übernehmen können.
Schulgärten – gemeinsam gegen den Hunger
Ein besonders wichtiges Anliegen ist es, den Hunger der Kinder zu bekämpfen. Deshalb entstand die Idee, Schulgärten an den Schulen unserer Partnergemeinden anzulegen.
In diesen Gärten lernen Kinder und Jugendliche ganz praktisch, wie sie selbst Lebensmittel anbauen können. Sie bereiten den Boden vor, säen Samen in Reihen, pflegen die Pflanzen und erleben, wie aus kleinen Körnern etwas Großes wächst.
Sie lernen, Maniok, weißen Mais oder Sorghum anzubauen – Pflanzen, die an die klimatischen Bedingungen angepasst sind und wichtige Nährstoffe liefern.
Der Unterricht findet dabei nicht nur im Klassenraum statt, sondern auch draußen auf dem Feld. Alle packen mit an. Die Schülerinnen und Schüler lernen nicht nur etwas über Landwirtschaft, sondern auch Verantwortung, Selbstständigkeit und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten.
Wenn die Ernte besonders gut ausfällt, kann ein Teil der Lebensmittel sogar verkauft werden. So entstehen weitere Möglichkeiten, die Schulen zu unterstützen und die Versorgung der Kinder langfristig zu verbessern.
Die Schulgärten schenken nicht nur Nahrung. Sie vermitteln Wissen, stärken das Selbstvertrauen und eröffnen neue Zukunftsperspektiven. Die Kinder erfahren, dass sie selbst etwas bewirken können und dass sich ihr Einsatz lohnt.
Damit die Schulgärten wachsen und gedeihen können, brauchen die Schulen Unterstützung. Saatgut, Werkzeuge wie Harken, Hacken und Macheten sowie Gießkannen kosten Geld. Auch die Pflege der Gärten und die Weiterentwicklung des Projekts müssen finanziert werden.
Eure Unterstützung ist mehr als eine Spende. Sie ist ein Zeichen dafür, dass wir als Christinnen und Christen füreinander da sind und Verantwortung füreinander übernehmen – auch über große Entfernungen hinweg.
Wir können nicht alle Probleme der Welt lösen. Aber wir können gemeinsam etwas verändern. Wir können dazu beitragen, dass aus kleinen Samen gesunde Pflanzen werden, aus Wissen neue Möglichkeiten entstehen und aus Hoffnung Zukunft wächst.
Was wir gemeinsam erreichen konnten
Durch das große Engagement vieler Menschen und zahlreiche Spenden konnten bereits wichtige Projekte verwirklicht werden, die das Leben der Menschen vor Ort nachhaltig verbessern.
Die benötigten Materialien und Ausstattungsgegenstände werden nach Möglichkeit direkt vor Ort angeschafft. Dabei ist es erfreulich, dass viele Dinge im Kongo deutlich günstiger sind als bei uns, sodass mit den Spenden oft mehr erreicht werden kann.
Dank des langjährigen und engagierten Einsatzes von Burckardt Hölscher können wir sicherstellen, dass die Spendengelder dort ankommen, wo sie dringend benötigt werden, und den Menschen vor Ort unmittelbar zugutekommen.
Gesundheitsversorgung:
Eine Krankenstation konnte gebaut und eingerichtet werden. Betten, Medikamente und sogar ein Ultraschallgerät wurden angeschafft, um die medizinische Versorgung der Menschen vor Ort zu verbessern. Wie sich inzwischen gezeigt hat, ist das Ultraschallgerät eine ganz besondere und seltene Errungenschaft. Menschen nehmen weite Wege auf sich, um sich dort untersuchen zu lassen. Damit leistet die Krankenstation einen wichtigen Beitrag zur Gesundheitsversorgung und ermöglicht vielen Menschen Zugang zu medizinischen Untersuchungen, die ihnen sonst kaum offenstünden.
Schnelle Hilfe für Kranke:
Fortbewegungsmittel, wie einfache Motorräder ermöglichen es, kranke Menschen schneller zu erreichen und medizinisch zu versorgen.
Bildung für Kinder:
Schulen konnten gebaut und mit Schulmaterialien sowie Schulbänken ausgestattet werden. Damit erhalten Kinder bessere Voraussetzungen, um zu lernen und sich Wissen für ihre Zukunft anzueignen.
Ausbildung für die Zukunft:
Durch Stipendien erhalten junge Menschen die Möglichkeit, beispielsweise eine Ausbildung als Lehrkraft, Ärztin oder Arzt oder Pflegefachkraft zu absolvieren. Ihr erworbenes Wissen können sie anschließend in ihrer Heimat und in den Partnergemeinden einsetzen und so zur Verbesserung der Lebensbedingungen beitragen.
Hilfe zur Selbsthilfe für Frauen:
In sogenannten Mamaschulen erhalten Frauen Unterstützung und die Möglichkeit, handwerkliche Fähigkeiten zu erlernen. Sie bekommen Nähmaschinen, mit denen sie Kleidung selbst herstellen und nähen können. Dadurch eröffnen sich ihnen neue Möglichkeiten, ihren Lebensunterhalt zu verbessern und eigenständig für ihre Familien zu sorgen. Einige der gefertigten Kleidungsstücke werden auch hier in der Kirchengemeinde verkauft.
Schulpartnerschaften
Auch die Zusammenarbeit mit Schulen in Letmathe ist ein wichtiger Bestandteil der Partnerschaft. Durch die von Burckardt Hölscher vermittelten Schulpatenschaften zwischen der Bartolomäus-Grundschule, der Realschule Letmathe und den Partnerschulen im Kongo entstehen Verbindungen, die Menschen schon in jungen Jahren zusammenführen. Kinder und Jugendliche erfahren dadurch, dass sie Teil einer weltweiten Gemeinschaft sind und dass gegenseitige Unterstützung über Ländergrenzen hinweg möglich ist.
Gemeinsam Zukunft gestalten
All diese Projekte zeigen, wie viel durch gemeinsames Engagement erreicht werden kann. Es geht darum, Menschen in schwierigen Lebenssituationen zu unterstützen, Bildung zu ermöglichen, die medizinische Versorgung zu verbessern und neue Perspektiven zu schaffen.
Dabei steht nicht allein die kurzfristige Hilfe im Mittelpunkt. Vielmehr möchten wir die Menschen vor Ort darin stärken, ihre Zukunft selbst zu gestalten und langfristig bessere Lebensbedingungen für sich und ihre Familien zu schaffen.
Unsere Partnerschaft ist deshalb weit mehr als ein Hilfsprojekt. Sie ist ein Zeichen gelebter Nächstenliebe, gegenseitiger Verbundenheit und christlicher Verantwortung.
Sie macht deutlich: Auch wenn uns viele Kilometer trennen und unsere Lebensbedingungen sehr unterschiedlich sind, verbindet uns der gemeinsame Glaube. Und gemeinsam können wir Hoffnung schenken und Zukunft gestalten.
Ein wichtiges Projekt: Hilfe für mangelernährte Kinder
Ein besonders wichtiges Projekt unserer Partnerschaft ist das Programm zur Bekämpfung der Mangelernährung bei Kindern. Initiiert und begleitet wurde dieses Projekt insbesondere von den beiden Ärztinnen Dr. Ute Müller und Dr. Heike Völkel aus Letmathe, die sich mit großem Engagement für die Gesundheit und das Wohlergehen der Kinder im Kongo einsetzen.
Viele Familien leben in großer Armut und können ihre Kinder nicht ausreichend ernähren. Die Folgen sind besonders für die Kleinsten schwerwiegend, denn eine ausreichende Versorgung mit Nährstoffen ist entscheidend für ihre körperliche und geistige Entwicklung.
Im Rahmen des Programms werden die betroffenen Kinder erfasst und entsprechend dem Schweregrad ihrer Mangelernährung in verschiedene Stufen eingeteilt. Kinder, die besonders dringend Hilfe benötigen, erhalten eine spezielle, nährstoffreiche Zusatznahrung, die häufig als Astronautennahrung bezeichnet wird. Sie enthält wichtige Nährstoffe, die der Körper für Wachstum und Entwicklung benötigt.
Doch die Hilfe geht über die unmittelbare Versorgung der Kinder hinaus. Die Familien erhalten später Saatgut, damit sie selbst Lebensmittel anbauen und langfristig ihre Ernährung verbessern können. Dabei wird auch wichtiges Wissen vermittelt. Denn aufgrund der klimatischen Bedingungen im Kongo lassen sich nicht alle Pflanzen gleichermaßen gut anbauen. Die Familien lernen deshalb, welche Nutzpflanzen unter den örtlichen Bedingungen gedeihen und wie sie ihre Ernte für die eigene Ernährung nutzen können.
Das Ziel ist es, nicht nur den Hunger von heute zu lindern, sondern den Familien Wege aufzuzeigen, wie sie sich langfristig selbst helfen können. So verbindet das Projekt die unmittelbare Hilfe für mangelernährte Kinder mit Wissensvermittlung, praktischer Unterstützung und dem Gedanken der Hilfe zur Selbsthilfe.
Es schenkt den Kindern nicht nur die Chance auf eine gesündere Entwicklung, sondern gibt auch ihren Familien neue Möglichkeiten, ihre Lebensbedingungen nachhaltig zu verbessern. Damit leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag zu mehr Gesundheit, Selbstständigkeit und Hoffnung auf eine bessere Zukunft.
Photo gallery