Ich bin die Tür; so jemand durch mich
eingeht, der wird selig werden und wird
ein- und ausgehen und wird Weide finden.
(Johannes 10, 9)
   

Mit diesen Worten schloss Herr Pfarrer Walter Kramer am 10.11.1957 die Türe unserer neuen Letmather Friedenskirche auf - am Kirchweihetag, dem Geburtstag Martin Luthers.

Der Bau einer größeren Kirche war seinerzeit nötig geworden, denn die "Alte Evangelische Kirche" war nur sehr klein und die Gemeinde durch Flüchtlinge und Vertriebene stark gewachsen (von 1945: 2500 auf 1955: 4700 Gemeindeglieder). Daher sollten der Name "Friedenskirche" und der 1959 eingeweihte Gedächtnisraum neben dem Haupteingang auch zur Integration der vielen Flüchtlinge dienen.
Das Ganze war ein finanzieller Kraftakt, an dem viele Menschen beteiligt waren. Der damalige Jungmütterkreis putzte die Kirche, Letmather Familien stifteten Kanzel und Altar und die Frauenhilfe das hängende Altarkreuz. Der CVJM spendete den Taufstein, Kindergarten und Kindergottesdienst die Taufschale, das Mädchenwerk zwei Altardecken. Hinzu kamen 2 Leuchter aus der jetzigen Albert-Schweitzer-Grundschule (Infos aus dem 208-Seiten-Buch "Erinnern und Versöhnen", das Sie gerne im Gemeindebüro und im Laden "Dies & Das" erwerben können). 

Das 32 Meter lange und 12 Meter breite Kirchenschiff bietet inklusive Empore ca. 600 Sitzplätze. "Er ist unser Friede", das Leitmotiv der Grundstein-Urkunde, zieht sich durch die gesamte Kirchengestaltung. Zum Beispiel beim Fisch-Türöffner, bei den Konturzeichnungen der Barmherzigkeit auf der massigen Tombaktür und beim Chorfenster, welches das Gotteslamm, die Taufe Jesu und das Brotbrechen des auferstandenen Christus mit den Emmaus-Jüngern als Hinweis auf die Sakramente Taufe und Abendmahl zeigt.
In einem Gottesdienst zur Jahreslosung 1993 "Christus ist unser Friede" konnten die 1992 geschaffenen Holzreliefs im Säulengang vorgestellt werden. 1996 wurde das ehemalige Altarbild der "Alten Kirche" restauriert und auf der Empore angebracht. Hinzu kam auch der Schriftzug "Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit" (Hebräer 13, 8). Dieser stand ehemals im Chorraum der "Alten Kirche" und ist heute auf der Brüstung der Empore zu lesen.
Die Friedensleuchter-Weltkugel neben dem Taufstein wurde in der Osternacht 2001 eingeweiht.

Der letzte Satz aus der Urkunde zur Grundsteinlegung am 23. Juli 1955 lautete: "Wir bitten Gott, dass die Gemeinde, die sich in diesem Haus zu seinem Dienst versammelt, unter der frohen Botschaft des reinen und lauteren Evangeliums von der Rechtfertigung und Versöhnung in Christo Jesu, unserem Herrn, zu allen Zeiten mitten in der Angst in dieser Welt in den treuen Händen des guten Hirten sich geborgen wissen darf, von dem wir mit seinem Apostel bekennen: Er ist unser Friede." (Epheser 2, 14)

Das 40. Kirchjubiläum in 1997 wurde durch einen Staffellauf von Ost-Berlin nach Letmathe und das 50. Jubiläum in 2007 durch eine Fahrrad- und Busfahrt nach Polen gekrönt. Beide Aktionen waren ökumenisch ausgerichtet für Frieden, gegen das Vergessen und für Versöhnung. In der letzten Phase waren stets ungezählte Letmather laufend, fahrend oder erwartend mit dabei.
 
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